Bulerías:
Als Synonym für ein Fest, hat sich die Bulería im letzten Drittel des 20. Jhdts.
zum populärsten Stil entwickelt. Es ist Künstlern wie Camarón de la Isla
und Paco de Lucía zu verdanken, daß die Bulería, die am Anfang kaum als
Tanzbegleitung fungierte, eine solche Vormachtstellung bekam, daß sie schließlich
die Königin der Bühne und der Aufzeichnungen wurde. Wahrscheinlich entstand sie in
Jerez, als besonderer beschleunigter Abschluß der Soleá. Indiskutabel ist, daß
sie dort am erfolgreichsten kultiviert wird und in der Provinz Cádiz vorherrschend ist.
Die eigentliche Bulería, die kurze aus Jerez, folgt der andalusischen Skala. Das ist die
Basis. Jetzt hat uns die Fähigkeit, alles zu vereinnahmen, was in Reichweite der Bulería
ist, eine Palette gebracht, wo alle vorstellbaren Möglichkeiten ihren Platz finden: Bulería
in Dur, in Moll, andalusisch und in allen möglichen Kombinationen zwischen ihnen. Die grundlegende
Basis, auf der man heute üblicherweise die Bulería betont, entspricht dem System der
Soleá (12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11), nur in weitaus schnellerem Tempo.
Die Strophen der Bulería sind von der Basis her die der Soleá, in ihren drei Varianten.
Jedoch kann man in den Bulerías alles finden, von Tangos – flamencos und argentinischen - ,
bis zu Fandangos und Seguiriyas über jegliches Lied, das in der Welt existiert. Im poetischen
Repertoire der Bulerías finden wir quasi alles, obwohl die Strophen anfangs hauptsächlich
festlichen und spaßig – spöttischen Charakter hatten.