|
Flamenco,
wie wir ihn heute kennen, ist aus einem melting pot verschiedener Kulturen in Andalusien entstanden.
Die Zigeuner - "gitanos" brachten aus Indien ihre alten Rhythmen und Gesänge über den
arabisch - afrikanischen Raum nach Südspanien, wo sich diese mit der Folklore Andalusiens mischten.
Zusätzliche weitere Einflüsse und eine ständige Weiterentwicklung machten aus dem Flamencotanz das,
was er heute ist: eine äußerst vielfältige Ausdrucksart, wo sich jeder finden kann!
Die verschiedenen Tänze unterscheiden sich in erster Linie über den Rhythmus und über den
Grundcharakter: so ist von fröhlichen, festlichen Tänzen bis zu Tänzen mit dramatischem
Charakter eine reiche Bandbreite vorhanden.
Zwischen Gesang und Tanz herrscht ein komplexes Wechselspiel, das für den ungeübten Zuschauer kaum
zu durchschauen ist, aber doch neben der tänzerischen Freiheit in der Choreographie gewissen Regeln
folgt. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Tänzer, Sänger und Gitarrist möglich.
Faszinierend am Flamencotanz ist die Kombination aus der Perkussionsarbeit der Füße und dem Einsatz
des ganzen Körpers: Oberkörper, Arme, Hände, Finger, ja selbst die Blickrichtung ist wichtig.
Vor allem die langsamen Passagen verlangen von einem Tänzer/einer Tänzerin sehr viel Ausdrucksstärke,
um die Spannung aufrecht zu erhalten. Die vielgestaltige Abwechslung zwischen schnellen Fußtechniken
und langsamen Passagen machen den eigentlichen Reiz und die Schönheit des Flamenco-Tanzes aus.
Der baile flamenco ein sehr bodenverhafteter Tanz, also "verwurzelt und erdverbunden" im Gegensatz
etwa zur typischen Ballettfigur, die meist von "luftiger" Leichtigkeit geprägt ist.
Grundvoraussetzung ist ein gewisses rhythmisches Talent und Freude am Tanzen und am
Einsatz des gesamten Körpers. Flamenco ist prinzipiell ein Solotanz und ist für Frauen und Männer
gleichermaßen geeignet.
|